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Kinderbibelprojekt

Karte 1 · Schöpfung · Altes Testament

Am Anfang macht Gott Licht

1. Mose 1,1–5 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Gott ist stärker als alles, was uns Angst macht

Geschichte

Ganz am Anfang, bevor es irgendetwas gab, war es dunkel. Kein Bett gab es und kein Brot, kein Huhn und keinen Hund. Es gab noch kein einziges Kind. Nur Dunkel. Dunkel oben und Dunkel unten, und hinter dem Dunkel noch mehr Dunkel.

Das Dunkel machte sich breit. Es reckte sich und streckte sich, bis es überall war.

„Ich bin das Größte“, sagte das Dunkel. „Ich ganz allein. Und so bleibt es für immer.“

Aber das Dunkel war nicht allein. Gott war da. Gott war schon da gewesen, lange bevor es dunkel wurde. Und Gott hatte sich etwas ausgedacht. Etwas Schönes.

Gott holte tief Luft. Und dann sagte er nur zwei Wörter:

„Werde Licht!“

Da kam das Licht.

Erst war es nur ein winziger goldener Funke. Aber dann sprang es los. Es flitzte nach links und flitzte nach rechts. Es kroch in jede Ritze. Es rutschte über das kalte Meer und kitzelte die Wellen, bis sie glitzerten. Es kletterte auf den höchsten Berg und setzte ihm eine goldene Krone auf. Das Licht tanzte und hüpfte, und überall, wo es hinkam, wurde es hell.

„He!“, rief das Dunkel. „Das ist mein Platz! Geh weg!“

Aber das Licht ging nicht weg. Es strahlte einfach weiter. Und je heller es wurde, desto kleiner wurde das Dunkel. Es schrumpfte und schrumpfte, wie ein Luftballon, aus dem die Luft herauspfeift. Pfffft.

Gott sah das Licht an und lachte vor Freude.

„Das ist gut“, sagte Gott. „Genau so soll es sein.“

Und das Dunkel? Das saß ganz hinten in der Ecke. Es war jetzt klein und rund, und es prahlte überhaupt nicht mehr. Es schmollte ein bisschen. Und wenn man genau hinsah, dann sah es fast so aus, als hätte es selber Angst. Angst, dass es jetzt ganz verschwinden müsste.

Da ging Gott zu dem kleinen Dunkel hin. Er ging ganz sachte, so wie man zu jemandem geht, der traurig ist.

„Du musst nicht weggehen“, sagte Gott. „Du darfst bleiben. Ich weiß sogar einen Namen für dich. Du heißt Nacht. Und ich habe eine Aufgabe für dich: Du sollst eine Decke sein. Eine große, weiche Kuscheldecke für alle, die müde sind. Für die Bären und für die Schnecken. Und für die Kinder.“

Das Dunkel sagte nichts. Aber es hörte auf zu schmollen.

„Nur eins sollst du wissen“, sagte Gott. „Ich bin stärker als du. Viel stärker. Und ich bin immer da.“

Dann drehte Gott sich zum Licht um. „Und du heißt Tag“, sagte er. „Du bist zum Spielen da und zum Rennen und zum Anschauen.“

So wurde es Abend, und die Nacht legte sich über alles wie eine Decke. Und dann wurde es wieder Morgen, und der Tag sprang herein. Das war der allererste Tag.

Und so ist es bis heute. Jeden Abend kommt die Nacht. Manchmal tut das Dunkel dann wieder groß und breit, wenn du im Bett liegst und noch wach bist. Aber du weißt ja jetzt Bescheid.

Gott ist stärker als die Nacht. Er ist stärker als alles, was uns Angst macht. Er schläft nicht ein, und er geht nicht weg. Auch im Dunkeln bist du nie allein.

Bibelvers

„Gott sprach: Es soll Licht werden! Und es wurde Licht.“

nach 1. Mose 1,3

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Wie hat sich das Dunkel gefühlt, als das Licht kam?
  2. Frage 2: Warum durfte das Dunkel trotzdem bleiben?
  3. Frage 3: Was macht dir im Dunkeln manchmal Angst – und was hilft dir dann?

Gebet

Lieber Gott,
du bist stärker als die Nacht.
Wenn ich im Dunkeln Angst habe,
bist du ganz nah bei mir.
Amen.

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