Karte 26 · Mose und Mirjam · Altes Testament
„Lass mein Volk ziehen!“
2. Mose 4,10–16; 5–12 (in Auswahl) ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Mut lohnt sich, auch wenn man Angst hat
Geschichte
Mose ging zurück nach Ägypten. Sein Bruder Aaron kam ihm entgegen und ging mit ihm, denn Mose hatte ein großes Problem: Er konnte nicht gut reden. Wenn er aufgeregt war, stotterte er. Und vor dem Pharao würde er sehr aufgeregt sein.
„Ich rede für dich“, sagte Aaron. „Und Gott ist bei uns beiden.“
Der Palast des Pharao war riesig. Die Säulen waren so dick, dass zehn Männer sie nicht umfassen konnten. Überall standen Wachen mit Speeren. Und ganz hinten, auf einem goldenen Thron, saß der Pharao und schaute auf die zwei Männer herunter, als wären sie Käfer.
Mose hatte Angst. Seine Hände waren nass. Seine Knie zitterten.
Aber er ging trotzdem nach vorne.
„So spricht Gott“, sagte Aaron laut. „Lass mein Volk ziehen!“
Der Pharao lachte. „Gott? Welcher Gott? Den kenne ich nicht. Und euer Volk bleibt hier und arbeitet!“
Und dann ließ er die Menschen aus Israel noch härter arbeiten als vorher. Sie mussten Ziegel machen, ohne dass sie Stroh dafür bekamen. Und abends kamen sie zu Mose und schimpften: „Jetzt ist alles noch schlimmer! Das ist deine Schuld!“
Mose ging nach draußen und setzte sich auf einen Stein. „Gott“, sagte er, „warum hast du mich geschickt? Es ist alles schiefgegangen.“
„Geh noch einmal“, sagte Gott. „Ich bin bei dir.“
Und Mose ging noch einmal.
Und der Pharao sagte wieder Nein.
Da schickte Gott Plagen über Ägypten. Das Wasser im Fluss wurde rot. Dann kamen Frösche. Tausende und Abertausende von Fröschen! Sie hüpften in die Häuser, in die Betten, in die Backöfen, sogar in die Suppe. Überall machte es „Quaak!“. Der Pharao hatte einen Frosch auf seinem Kopfkissen und einen in seinem Pantoffel.
„Gut, gut!“, rief er. „Nehmt die Frösche weg, dann lasse ich euch gehen!“
Aber als die Frösche weg waren, sagte er wieder Nein.
Dann kamen Mücken. Dann Fliegen. Dann Hagel, so groß wie Hühnereier. Dann Heuschrecken, die alles Grüne auffraßen. Dann wurde es drei Tage lang so dunkel, dass niemand in Ägypten die Hand vor Augen sah. Nur bei den Menschen aus Israel war es hell.
Und jedes Mal ging Mose wieder zum Pharao. Mit zitternden Knien. Mit klopfendem Herzen. Zehnmal ging er hin.
Und dann, nach der zehnten, der schlimmsten Plage, gab der Pharao endlich nach.
In dieser Nacht saßen alle Familien aus Israel in ihren Häusern und aßen ein besonderes Essen. Sie hatten die Schuhe schon an und den Wanderstab in der Hand. Sie aßen Lammfleisch und bittere Kräuter und flaches Brot, für das der Teig keine Zeit mehr zum Aufgehen gehabt hatte. So schnell musste es gehen.
Und dann kam der Ruf: „Geht! Zieht los! Alle!“
Da zogen sie los. Tausende und Abertausende. Kinder und Omas und Opas, Schafe und Ziegen, Esel mit Säcken. Hinaus aus Ägypten. In die Freiheit.
Mose ging vorneweg.
Er hatte so oft Angst gehabt. Aber er war immer wieder hingegangen. Und am Ende war sein ganzes Volk frei.
Mut lohnt sich. Auch wenn man Angst hat.
Bibelvers
„So spricht Gott: Lass mein Volk ziehen!“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Wie oft wäre Mose am liebsten weggelaufen?
- Frage 2: Welche Plage findest du am lustigsten, welche am schlimmsten?
- Frage 3: Wann hast du schon mal etwas gemacht, obwohl du Angst hattest?
Gebet
Lieber Gott,
Mose hatte Angst und ist trotzdem gegangen.
Wenn ich Angst habe, schenk mir Mut.
Und geh mit mir, so wie mit Mose.
Amen.
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