Karte 32 · Mose und Mirjam · Altes Testament
Die Kundschafter und die Riesentraube
4. Mose 13–14 (in Auswahl) ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Mut lohnt sich, auch wenn man Angst hat
Geschichte
Das Volk von Gott war nun ganz nah an dem Land, das Gott ihm versprochen hatte. Hinter den Hügeln lag es schon. Alle standen da und schauten hinüber.
„Wie mag es dort sein?“, fragten sie. „Ist es schön? Gibt es genug zu essen?“
Da rief Mose zwölf Männer zu sich. „Geht hinüber und seht euch alles an“, sagte er. „Die Felder und die Städte. Und dann kommt zurück und erzählt uns davon.“
Die zwölf waren Kundschafter. So nennt man Leute, die vorausgehen und sich heimlich umschauen. Zwei von ihnen hießen Josua und Kaleb.
Sie wanderten über Berge und durch Täler. Sie schauten hinter Büsche und über Mauern. Und in einem Tal fanden sie einen Weinberg, da blieb Kaleb der Mund offen stehen.
„Josua, schau dir das an!“
An einem Weinstock hing eine Traube. Aber was für eine! Jede Beere war so dick wie eine Pflaume, und die ganze Traube war so schwer, dass ein Mann allein sie nicht tragen konnte. Da hängten sie die Traube an eine lange Stange. Einer nahm das vordere Ende auf die Schulter und einer das hintere, und so schleppten sie sie den ganzen weiten Weg zurück.
Nach vierzig Tagen kamen sie wieder im Lager an. Die Kinder rannten ihnen entgegen.
„Oh!“, riefen sie. „Guckt mal, die Traube! Die ist ja riesig!“
„Ja“, sagten zehn von den Kundschaftern. „Das Land ist gut. Es gibt dort Milch und Honig und Früchte, so viel man will. Aber wir können nicht hinein.“
„Warum denn nicht?“, fragten die Leute.
„Weil dort Riesen wohnen! Männer, so groß wie Türme! Und die Mauern um ihre Städte reichen fast bis zum Himmel. Neben denen waren wir so klein wie Heuschrecken im Gras.“
Da erschraken alle. Die Mütter drückten ihre Kinder an sich. Manche fingen an zu weinen.
„Wir schaffen das nie“, jammerten sie. „Wir sind viel zu klein. Wir wollen lieber gar nicht hin.“
Josua und Kaleb sahen sich an. Sie hatten die Riesen ja auch gesehen. Und die hohen Mauern auch. Kaleb spürte, wie sein Herz klopfte. Er hatte auch Angst, das merkte er genau.
Aber dann dachte er an alles, was Gott schon für sie getan hatte. Und er stand auf. Josua stellte sich neben ihn.
„Hört uns zu!“, rief Kaleb. „Ja, die sind groß. Und ja, es ist schwer. Wir haben auch Angst. Aber Gott ist mit uns! Er hat uns dieses Land versprochen. Habt keine Angst! Kommt, wir gehen!“
Doch es kam keiner. Die Leute jammerten weiter und wollten nichts hören. Nur zwei standen da, zwei gegen alle anderen. Das war nicht leicht für Josua und Kaleb.
So dauerte es noch lange, sehr lange, bis das Volk in das Land kam. Viele Jahre zogen sie durch die Wüste. Aber Gott blieb die ganze Zeit bei ihnen.
Und als es endlich so weit war, wer ging da wohl als Erster voran? Josua und Kaleb! Die beiden, die damals gesagt hatten: „Wir vertrauen Gott.“ Sie führten das ganze Volk in das Land hinein, und Gott war mit ihnen, genau wie er es versprochen hatte.
Kaleb war inzwischen ein alter Mann mit weißem Bart. Aber den Weinberg im Tal fand er sofort wieder. Und da hing eine Traube, dick und schwer und süß.
Kaleb pflückte sie und lachte. „Seht ihr“, sagte er zu den Kindern, die um ihn herumstanden. „Mut lohnt sich. Auch wenn man Angst hat.“
Bibelvers
„Habt keine Angst! Gott ist mit uns.“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Wie groß war die Traube wirklich? Zeig mal mit den Armen!
- Frage 2: Warum hatten Josua und Kaleb Mut, obwohl sie die Riesen auch gesehen hatten?
- Frage 3: Wann hast du dich schon mal klein gefühlt wie eine Heuschrecke?
Gebet
Lieber Gott,
Josua und Kaleb hatten Angst und waren trotzdem mutig,
weil sie dir vertraut haben.
Schenk mir auch so einen Mut.
Amen.
Ausmalbild
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