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Kinderbibelprojekt

Karte 64 · Weihnachten und Kindheit Jesu · Neues Testament

Der weite Weg nach Betlehem

Lukas 2,1–5 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Gott ist da, auch wenn man ihn nicht sieht

Geschichte

Szene 1: Vor dem Haus in Nazaret belädt Josef den grauen Esel mit Decken und einem Sack; Maria legt die Hand auf ihren runden Bauch.

Weit weg, in der großen Stadt Rom, saß ein Kaiser. Er hieß Augustus. Und eines Tages beschloss er: „Ich will wissen, wie viele Menschen in meinem Reich leben. Jeder soll in die Stadt gehen, aus der seine Familie stammt, und sich dort in eine Liste eintragen lassen.“

Josefs Familie stammte aus Betlehem. Das war weit weg von Nazaret. Viele Tage zu Fuß.

„Wir müssen gehen“, sagte Josef zu Maria. „Beide.“

Maria legte die Hand auf ihren runden Bauch. Das Baby würde bald kommen. Sehr bald. „So weit?“, fragte sie leise. „Jetzt?“

„Jetzt“, sagte Josef.

Sie packten den Esel. Einen Sack mit Brot und getrockneten Feigen. Einen Wasserschlauch. Zwei warme Decken. Ein paar Windeln, die Maria genäht hatte. Und Josef steckte noch sein kleines Werkzeug ein, falls unterwegs etwas kaputtging.

Szene 2: Maria sitzt auf dem Esel, Josef führt ihn am Strick einen steinigen Weg über die Hügel entlang; es regnet leicht.

Dann gingen sie los. Maria saß auf dem Esel, und Josef ging nebenher und führte ihn am Strick.

Der Weg war lang. Er ging über Hügel und durch Täler. Er war staubig und steinig. Am ersten Tag schien die Sonne. Am zweiten Tag regnete es, und sie wurden bis auf die Haut nass. Am dritten Tag kam ein Bach, über den keine Brücke führte, und der Esel stemmte die Hufe in den Boden und wollte auf keinen Fall hindurch.

„Komm schon“, sagte Josef und zog. „Bitte.“

Der Esel rührte sich nicht.

Szene 3: An einem Bach zeigt ein alter Hirte mit Stab Josef und Maria eine Stelle mit flachen Steinen zum Hinübergehen.

Da kam ein alter Hirte vorbei. Er sah die beiden, er sah Marias Bauch, und ohne ein Wort zu sagen, zeigte er ihnen eine Stelle weiter oben, wo man über flache Steine gehen konnte. Dann nickte er ihnen zu und ging weiter.

Abends suchten sie sich einen Platz zum Schlafen. Manchmal in einer Herberge, einem Haus, in dem fremde Leute übernachten dürfen. Manchmal unter einem Baum. Josef machte ein kleines Feuer, und sie aßen Brot und Feigen, und Maria wickelte sich in ihre Decke.

Szene 4: Nachts auf einem Hügel am kleinen Feuer: Josef legt den Arm um Maria, beide schauen in den Sternenhimmel, der Esel döst.

In einer Nacht lagen sie ganz draußen, auf einem Hügel. Es war kalt. Irgendwo heulte ein Schakal. Maria konnte nicht schlafen.

„Josef“, flüsterte sie, „bist du wach?“

„Ja“, sagte Josef.

„Ich habe Angst“, sagte Maria. „Was, wenn das Baby unterwegs kommt? Hier draußen? Wo niemand ist?“

Josef rückte näher und legte seinen Arm um sie. Dann schaute er in den Himmel. Tausend Sterne funkelten da oben.

„Weißt du noch, was der Engel gesagt hat?“, fragte Josef. „Gott ist mit dir. Ich sehe ihn nicht. Aber er ist da. Er war da, als der Hirte uns den Weg gezeigt hat. Er ist auch jetzt da.“

Maria schaute hinauf zu den Sternen. Und genau in dem Moment spürte sie einen kleinen Tritt in ihrem Bauch. Das Baby! Als ob es „Ja!“ sagen wollte.

Maria musste lächeln. Sie legte die Hand auf den Bauch. Dann schlief sie ein.

Szene 5: Im roten Abendlicht sehen Maria auf dem Esel und Josef die kleine Stadt Betlehem mit ihren Dächern und Lichtern vor sich liegen.

Am nächsten Tag gingen sie weiter. Und am Abend, als die Sonne rot hinter den Hügeln unterging, sahen sie die Stadt vor sich liegen. Die Dächer, die Mauern, die kleinen Lichter in den Fenstern.

Betlehem.

Den ganzen Weg über hatten Maria und Josef Gott nicht gesehen. Aber er war immer da gewesen.

Bibelvers

„Da ging auch Josef mit Maria von Nazaret nach Betlehem.“

nach Lukas 2,4–5

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: War der alte Hirte am Bach zufällig da?
  2. Frage 2: Wo auf dem Weg war Gott versteckt dabei?
  3. Frage 3: Was nimmst du mit, wenn du eine weite Reise machst?

Gebet

Lieber Gott,
Maria und Josef haben dich nicht gesehen,
aber du warst auf dem ganzen Weg bei ihnen.
Sei auch auf meinen Wegen bei mir.
Amen.

Ausmalbild

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