Zum Inhalt springen
Kinderbibelprojekt

Karte 22 · Josef · Altes Testament

Josef deutet die Träume des Pharao

1. Mose 41 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Gott sorgt für uns und gibt uns, was wir brauchen

Geschichte

Szene 1: Der Pharao schreckt in seinem prächtigen Bett aus dem Schlaf hoch.

Der Pharao war der König von Ägypten. Er schlief in einem Bett aus dunklem Holz, mit goldenen Löwenfüßen und Kissen, so weich wie Entenfedern. Aber in dieser Nacht fuhr er plötzlich hoch. Sein Herz klopfte. „Was für ein Traum!“, keuchte er.

Szene 2: Traum des Pharao: Sieben dicke, runde Kühe steigen aus dem Nil und grasen; dahinter kommen sieben ganz dürre Kühe.

Er hatte am großen Fluss gestanden, am Nil. Aus dem Wasser stiegen sieben Kühe, dick und rund, mit glänzendem Fell. Gemütlich grasten sie im Schilf. Doch hinter ihnen kamen sieben andere Kühe, so dürr, dass man jede Rippe zählen konnte. Und die dürren Kühe fraßen die dicken auf. Schwupp! Aber sie blieben genauso dürr wie vorher.

Szene 3: Zweiter Traum des Pharao: sieben dicke, volle Kornähren und daneben sieben dürre, trockene Ähren.

Der Pharao schlief wieder ein und träumte noch einmal. Diesmal sah er sieben Ähren, dick und schwer von goldenen Körnern. Daneben wuchsen sieben andere, dünn und trocken wie Stroh. Und die dünnen Ähren verschlangen die dicken.

Szene 4: Weise Männer mit langen Bärten blättern ratlos in dicken Büchern und kratzen sich am Kopf; der Pharao sitzt sorgenvoll auf dem Thron.

Am Morgen ließ der Pharao alle klugen Männer rufen. Sie kamen mit langen Bärten und dicken Büchern. Sie blätterten und grübelten, sie kratzten sich am Kopf und hüstelten. Aber keiner wusste, was die Träume bedeuteten. Der Pharao saß auf seinem Thron und machte sich große Sorgen.

Szene 5: Der Mundschenk mit dem Weinkrug schlägt sich erschrocken die Hand vor die Stirn – ihm fällt Josef wieder ein.

Neben dem Thron stand der Mundschenk. Das war der Mann, der dem König jeden Tag den Wein einschenkte. Plötzlich schlug er sich die Hand vor die Stirn. „Oje, den habe ich ja ganz vergessen!“, rief er. „Im Gefängnis sitzt einer, der heißt Josef. Der hat mir einmal meinen Traum erklärt, und alles ist genau so gekommen.“

„Dann holt ihn!“, sagte der Pharao. „Schnell!“

Szene 6: Josef steht frisch gewaschen in sauberen Kleidern vor dem Thron des Pharao.

Da holten sie Josef aus dem Gefängnis. Er durfte sich waschen und bekam saubere Kleider. Und dann stand er vor dem Thron, in dem großen Saal mit den bunten Säulen.

„Kannst du Träume erklären?“, fragte der Pharao.

„Ich nicht“, sagte Josef. „Aber Gott kann es. Er wird dir eine gute Antwort geben.“

Szene 7: Josef erklärt dem Pharao die Träume: auf der einen Seite goldene Felder voller Korn, auf der anderen trockene, rissige Erde.

Der Pharao erzählte, und Josef hörte still zu. Dann sagte er: „Beide Träume bedeuten dasselbe. Gott zeigt dir, was kommen wird. Die sieben dicken Kühe und die sieben vollen Ähren, das sind sieben gute Jahre. Da wächst das Korn auf allen Feldern, und jeder hat reichlich zu essen. Aber danach kommen sieben magere Jahre. Da regnet es nicht, die Erde wird trocken und rissig, und es wächst kein einziger Halm.“

Der Pharao wurde blass. „Was soll ich denn tun?“

„Sammle in den guten Jahren“, sagte Josef. „Bau große Scheunen und fülle sie bis unters Dach mit Korn. Dann ist genug für alle da, wenn der Hunger kommt.“

Szene 8: Der Pharao steckt Josef staunend einen Ring an und legt ihm eine goldene Kette um; daneben wartet ein glänzender Wagen.

Der Pharao staunte. „Gott hat dir das alles gezeigt“, sagte er. „Dann sollst du es auch machen.“ Er steckte Josef seinen eigenen Ring an den Finger, legte ihm eine goldene Kette um den Hals und schenkte ihm einen glänzenden Wagen. Eben noch hatte Josef im Gefängnis gesessen. Jetzt war er der zweite Mann im ganzen Land.

Szene 9: Josef, jetzt in ägyptischem Gewand mit goldener Kette, lässt große Kornscheunen bauen und mit Säcken voller Korn füllen.

Josef ließ Scheunen bauen, eine neben der anderen. Sieben Jahre lang wuchs das Korn, und sieben Jahre lang trugen die Leute Sack um Sack hinein, bis es in den Scheunen nach Staub und Sommer roch und kein Körnchen mehr hineinpasste.

Dann kam es so, wie Gott es gezeigt hatte. Der Regen blieb aus. Auf den Feldern wuchs nichts mehr.

Szene 10: In der Dürre: Vor den vollen Scheunen bekommen Menschen mit Säcken Korn und Brot; Josef verteilt freundlich, die Sonne scheint.

Aber in Ägypten musste niemand hungern. Josef öffnete die Scheunen. Die Menschen kamen mit ihren Säcken, und jeder bekam Korn für sein Brot. Die Mütter backten, und die Kinder wurden satt.

Gott hatte es lange vorher gewusst und vorgesorgt. So sorgt Gott für uns und gibt uns, was wir brauchen.

Bibelvers

„Gott hat dem Pharao gezeigt, was er tun will.“

nach 1. Mose 41,28

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was hat dir an dem Traum mit den Kühen am besten gefallen?
  2. Frage 2: Was glaubst du: Wie hat sich Josef gefühlt, als er aus dem Gefängnis zum König kam?
  3. Frage 3: Was sammeln wir zu Hause, damit wir später genug haben?

Gebet

Lieber Gott,
du hast Josef gezeigt, wie er für alle sorgen kann.
Du sorgst auch für uns
und gibst uns, was wir brauchen.
Amen.

Ausmalbild

Ausmalbild zu „Josef deutet die Träume des Pharao“ (Vorschau)

Zum Ausdrucken auf A4 (hochkant) – und dann ran an die Stifte!

Ausmalbild drucken Herunterladen

Wie war die Geschichte?

Eure Rückmeldung hilft uns, Kinderbibelprojekt besser zu machen. Sie wird nicht veröffentlicht.