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Kinderbibelprojekt

Karte 42 · David · Altes Testament

David spielt für den traurigen König

1. Samuel 16,14–23 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Gott tröstet, wenn man traurig ist

Geschichte

Szene 1: Im stillen Palast sitzt König Saul traurig und zusammengesunken am Fenster und starrt vor sich hin.

Im großen Palast von König Saul war es still. Viel zu still.

Früher hatte man in den Gängen Lachen gehört und Musik, und der König hatte mit seinen Leuten beim Essen gescherzt. Aber jetzt saß Saul oft stundenlang in seinem Zimmer. Die Vorhänge waren zugezogen. Er aß kaum etwas. Er schlief kaum. Und manchmal wurde er ganz plötzlich wütend und warf Dinge an die Wand.

Eine große, dunkle Traurigkeit war über ihn gekommen. Sie saß auf ihm wie eine schwere, nasse Decke, und er wurde sie einfach nicht los.

Szene 2: Die Diener stehen flüsternd vor der Tür; der jüngste hat eine Idee und zeigt mit den Händen, wie man Harfe spielt.

Seine Diener machten sich Sorgen. Sie standen vor der Tür und flüsterten.

„Wir müssen etwas tun“, sagte einer.

„Aber was?“, fragte ein anderer.

Da hatte der Jüngste eine Idee. „Musik“, sagte er. „Wenn jemand für den König Harfe spielt, dann wird ihm vielleicht leichter ums Herz.“

„Kennst du so jemanden?“

„Ja“, sagte der junge Diener. „In Betlehem gibt es einen Hirtenjungen. Er heißt David. Der spielt so schön, dass sogar die Schafe stehen bleiben und zuhören. Und Gott ist mit ihm.“

Szene 3: Ein Bote des Königs kommt zum Hirtenjungen David, der bei seinen Schafen sitzt und Harfe spielt.

Also schickten sie einen Boten nach Betlehem.

Szene 4: David kommt mit seiner Harfe und einem bepackten Esel mit Brot, Weinkrug und Ziegenböckchen am Palast an.

Ein paar Tage später kam David im Palast an. Er hatte einen Esel dabei, beladen mit Brot und einem Krug Wein und einem Ziegenböckchen, als Geschenk von seinem Vater. Und auf dem Rücken trug er seine Harfe. Sie war aus hellem Holz, mit zehn Saiten, und an manchen Stellen war sie schon ganz glatt gerieben von Davids Fingern.

Szene 5: David tritt ins dunkle Zimmer: König Saul sitzt zusammengesunken auf seinem Stuhl, den Kopf in den Händen, die Vorhänge sind zu.

Die Diener führten ihn in das dunkle Zimmer.

Da saß der König. Groß und breit, aber zusammengesunken auf seinem Stuhl, den Kopf in den Händen. Er schaute nicht einmal auf.

Szene 6: David sitzt auf einem Schemel und beginnt leise Harfe zu spielen; die Töne schweben wie kleine goldene Lichter durch das dunkle Zimmer.

David setzte sich auf einen Schemel in die Ecke. Er stellte die Harfe auf sein Knie. Dann holte er tief Luft.

Und er fing an zu spielen.

Erst ganz leise. Ein paar Töne, die klangen wie Wassertropfen, die in einen Brunnen fallen. Dann eine Melodie, sanft und langsam, wie der Wind, der abends über die Weiden streicht. David spielte die Lieder, die er draußen bei den Schafen erfunden hatte. Lieder über Gott, der auf seine Schafe aufpasst. Lieder über grüne Wiesen und frisches Wasser.

Szene 7: König Saul hebt den Kopf und hört zu, sein Gesicht wird weicher; David spielt weiter, goldene Lichter kringeln sich um die Vorhänge.

Saul hob den Kopf.

David spielte weiter. Die Töne füllten das dunkle Zimmer, sie kletterten die Wände hinauf und kringelten sich um die Vorhänge.

Saul ließ die Hände sinken. Sein Gesicht, das so hart und verkrampft gewesen war, wurde weicher. Seine Schultern sanken nach unten. Er atmete tief ein. Und wieder aus.

Und dann, ganz langsam, fiel die schwere, nasse Decke von ihm ab.

Szene 8: Ein Diener zieht die Vorhänge auf, Sonnenlicht fällt auf David und die glitzernden Saiten seiner Harfe.

„Mach die Vorhänge auf“, sagte der König zu einem Diener.

Sonnenlicht fiel ins Zimmer. Es fiel auf David und seine Harfe, und die Saiten glitzerten.

Saul schaute den Jungen an. „Wie heißt du?“

„David“, sagte David.

Szene 9: König Saul lächelt erleichtert und legt David dankbar die Hand auf die Schulter.

„Bleib hier, David“, sagte Saul. „Bleib bei mir.“

Und David blieb. Und jedes Mal, wenn die Traurigkeit wieder über den König kam, holte David seine Harfe und spielte. Und jedes Mal wurde es Saul wieder leichter ums Herz.

Gott hatte einen Hirtenjungen mit einer Harfe geschickt. Denn Gott tröstet, wenn man traurig ist. Manchmal mit Musik. Manchmal mit einem Menschen, der einfach da ist.

Bibelvers

„David nahm die Harfe und spielte. Da wurde es Saul leichter.“

nach 1. Samuel 16,23

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Wie fühlt es sich an, wenn einen Traurigkeit wie eine schwere Decke zudeckt?
  2. Frage 2: Warum hat Davids Musik dem König so gutgetan?
  3. Frage 3: Welches Lied hilft dir, wenn du traurig bist?

Gebet

Lieber Gott,
du hast David geschickt, um den traurigen König zu trösten.
Wenn ich traurig bin, tröste du mich auch.
Und schick mir jemanden, der da ist.
Amen.

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