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Kinderbibelprojekt

Karte 50 · Elia und Elisa · Altes Testament

Der Krug wird nicht leer

1. Könige 17,8–16 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Teilen macht reicher

Geschichte

Der Bach, an dem Elia gewohnt hatte, war ausgetrocknet. Es hatte schon so lange nicht mehr geregnet, dass überall die Erde aufgesprungen war und die Blätter an den Bäumen braun und raschelig wurden.

„Elia“, sagte Gott, „geh in die Stadt Sarepta. Dort wohnt eine Witwe, die wird dir zu essen geben.“

Also wanderte Elia nach Sarepta. Der Weg war lang und staubig, und als er am Stadttor ankam, hatte er einen ganz trockenen Mund.

Da sah er eine Frau. Sie war dünn und hatte ein müdes Gesicht, und sie bückte sich gerade und sammelte Holzstückchen vom Boden auf. Kleine, trockene Stöckchen.

„Entschuldige“, sagte Elia, „könntest du mir ein bisschen Wasser bringen?“

Die Frau nickte und drehte sich um.

„Und“, rief Elia ihr nach, „bring mir doch bitte auch ein Stück Brot mit.“

Da blieb die Frau stehen. Sie drehte sich langsam wieder um. Und Elia sah, dass sie Tränen in den Augen hatte.

„Ich habe kein Brot“, sagte sie leise. „Ich habe nur noch eine Handvoll Mehl im Topf. Und ein kleines bisschen Öl im Krug. Ich sammle gerade Holz, damit ich daraus ein letztes Fladenbrot backen kann. Für mich und meinen Sohn. Und dann haben wir nichts mehr.“

Elia schaute sie lange an. Dann sagte er etwas sehr Merkwürdiges.

„Hab keine Angst. Geh nach Hause und back das Brot. Aber back zuerst ein kleines für mich und bring es mir. Und danach backst du für dich und deinen Sohn. Denn so spricht Gott: Der Mehltopf wird nicht leer, und der Ölkrug wird nicht leer, bis es wieder regnet.“

Die Frau stand da und hielt ihre Stöckchen fest. Ihr letztes Mehl. Für einen Fremden?

Sie dachte an ihren Sohn. Sie dachte an den leeren Topf.

Und dann nickte sie.

Sie ging nach Hause in ihr kleines Haus mit dem Lehmboden. Ihr Sohn saß in der Ecke und spielte mit ein paar Steinchen. Er hatte große, dunkle Augen und war sehr dünn.

Die Frau machte Feuer mit den Stöckchen. Dann nahm sie den Mehltopf und kratzte das letzte Mehl heraus. Dann nahm sie den Ölkrug und kippte ihn, bis der letzte Tropfen herauslief. Sie knetete einen kleinen Teig und formte ein rundes Fladenbrot und legte es auf den heißen Stein. Es duftete.

Dann brachte sie es Elia.

Als sie zurückkam, schaute sie in den Mehltopf. Sie wollte nur sehen, ob vielleicht noch ein Krümel da war.

Und da war Mehl. Eine ganze Handvoll. Genau so viel wie vorher.

Sie blinzelte. Sie nahm den Ölkrug und kippte ihn. Und es lief Öl heraus. Goldenes, glänzendes Öl.

Da lachte sie. Sie lachte so laut, dass ihr Sohn aufsprang. Und dann backte sie ein Brot für ihn und eins für sich. Und am nächsten Tag war wieder Mehl im Topf. Und am übernächsten auch. Und am Tag danach auch.

Jeden Tag gab es genug. Für die Frau, für ihren Sohn und für Elia, der jetzt bei ihnen wohnte. Viele Monate lang, bis es endlich wieder regnete.

Die Frau hatte ihr Letztes geteilt. Und danach hatte sie mehr als vorher. Teilen macht reicher.

Bibelvers

„Das Mehl im Topf ging nicht aus, und das Öl im Krug wurde nicht weniger.“

nach 1. Könige 17,16

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Wie schwer war es für die Frau, ihr letztes Mehl zu teilen?
  2. Frage 2: Was hat sie wohl gedacht, als sie in den Topf geschaut hat?
  3. Frage 3: Was könntest du mit jemandem teilen, auch wenn du selbst nicht viel hast?

Gebet

Lieber Gott,
die Frau hat ihr Letztes geteilt,
und du hast sie reich beschenkt.
Mach mich mutig, zu teilen.
Amen.

Ausmalbild

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Zum Ausdrucken auf A4 (hochkant) – und dann ran an die Stifte!

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