Karte 53 · Elia und Elisa · Altes Testament
Das kleine Mädchen, das Naaman hilft
2. Könige 5,1–15 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Auch Kleine und Schwache können Großes bewirken
Geschichte
Das Mädchen hatte keinen Namen. Jedenfalls steht keiner in der Bibel. Aber sie war da, und ohne sie wäre diese ganze Geschichte nie passiert.
Sie kam aus Israel. Aber jetzt lebte sie weit weg von zu Hause, im Land Aram. Als Dienerin im großen Haus eines mächtigen Mannes. Sie war traurig, weil sie ihre Mama und ihren Papa vermisste. Aber sie war fleißig und freundlich.
Der mächtige Mann hieß Naaman. Er war der Anführer der ganzen Armee von Aram. Er war groß und stark und mutig, und der König hatte ihn sehr gern.
Aber Naaman hatte eine Krankheit. Eine schlimme Hautkrankheit. Auf seinen Armen und Beinen waren weiße Flecken, die immer mehr wurden. Und kein Arzt im ganzen Land konnte ihm helfen.
Eines Tages kämmte das Mädchen der Frau von Naaman die Haare. Und die Frau war ganz still und traurig.
„Bist du traurig wegen deinem Mann?“, fragte das Mädchen leise.
Die Frau nickte.
Da nahm das Mädchen all ihren Mut zusammen. Sie war nur eine kleine Dienerin. Eigentlich durfte sie gar nicht einfach so reden.
„Wenn mein Herr doch zu dem Propheten in Israel gehen würde“, sagte sie. Ein Prophet, das ist einer, der weitersagt, was Gott ihm sagt. „Der heißt Elisa. Gott hilft ihm. Der würde ihn gesund machen.“
Die Frau drehte sich um und schaute das Mädchen an. Und dann stand sie auf und lief zu ihrem Mann.
Naaman hörte zu. Und dann machte er sich auf den Weg. Mit Pferden und Wagen, mit Dienern und mit Geschenken: zehn Säcken Silber, sechstausend Goldstücken und zehn feinen Festgewändern.
Nach vielen Tagen hielten die Pferde vor einem kleinen Haus. Da wohnte Elisa.
Naaman wartete. Er dachte, Elisa würde herauskommen, sich verbeugen, die Hände über ihn halten und ein Wunder tun.
Aber Elisa kam gar nicht heraus. Er schickte nur einen Diener.
„Elisa sagt“, sagte der Diener, „geh zum Jordan und bade siebenmal darin. Dann wirst du gesund.“
Naaman wurde rot vor Wut. „Das ist alles?“, brüllte er. „Er kommt nicht einmal raus? Und ich soll in diesem schmutzigen, kleinen Fluss baden? Bei uns zu Hause gibt es viel schönere Flüsse!“
Er drehte sich um und wollte davonfahren.
Aber seine Diener liefen ihm nach. „Herr“, sagten sie, „wenn der Prophet dir etwas ganz Schweres aufgetragen hätte, hättest du es doch gemacht. Warum dann nicht etwas ganz Leichtes? Nur baden!“
Naaman brummte. Aber dann fuhr er doch zum Jordan.
Er stieg ins Wasser. Es war braun und ein bisschen schlammig. Er tauchte unter. Einmal. Er schaute auf seine Arme. Nichts.
Zweimal. Dreimal. Viermal. Nichts.
Fünfmal. Sechsmal.
Und dann tauchte er zum siebten Mal unter. Und als er wieder hochkam und auf seine Arme schaute, da waren die Flecken weg. Seine Haut war glatt und weich. So weich wie die Haut von einem kleinen Kind.
Naaman lachte. Er spritzte mit dem Wasser herum wie ein Junge. „Jetzt weiß ich es!“, rief er. „Es gibt keinen Gott auf der ganzen Welt außer dem Gott Israels!“
Und als er nach Hause kam, lief ihm das kleine Mädchen entgegen. Sie sah seine Arme. Und sie strahlte.
Ein kleines Mädchen, weit weg von zu Hause, hatte einem der mächtigsten Männer im Land geholfen. Mit einem einzigen mutigen Satz.
Auch Kleine und Schwache können Großes bewirken.
Bibelvers
„Seine Haut wurde wieder so rein wie die eines kleinen Kindes.“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Wie viel Mut hat es das Mädchen gekostet, etwas zu sagen?
- Frage 2: Warum hat sich Naaman erst so geärgert?
- Frage 3: Wem könntest du mit einem einzigen Satz helfen?
Gebet
Lieber Gott,
das kleine Mädchen hat einem großen Mann geholfen.
Auch ich kann etwas bewirken, obwohl ich klein bin.
Zeig mir, wo ich helfen kann.
Amen.
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