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Kinderbibelprojekt

Karte 56 · Jona · Altes Testament

Jona und die große Stadt

Jona 3–4 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Gott gibt jedem eine zweite Chance

Geschichte

Jona saß am Strand. Der große Fisch hatte ihn an Land gespuckt, und nun hingen ihm Sand und grüner Tang in den Haaren. Er war nass und sehr klein.

Da sprach Gott noch einmal zu ihm: „Jona, geh nach Ninive.“

Diesmal lief Jona nicht weg. Er stand auf und ging los. Drei Tage wanderte er, dann stand er vor dem Stadttor.

Ninive war riesig. Häuser, Türme und Mauern, so weit man schauen konnte. Aber die Menschen dort waren nicht gut zueinander. Sie logen und stahlen und stritten den ganzen Tag.

Jona stellte sich mitten auf den Platz und rief, so laut er konnte: „Hört her! So geht es nicht weiter! Noch vierzig Tage, dann ist es mit Ninive vorbei!“

Da wurde es still in der großen Stadt. Die Leute sahen einander an. Und dann geschah etwas, womit Jona nicht gerechnet hatte.

„Er hat recht“, sagte eine Frau. „Wir waren gemein zueinander.“

„Es tut mir leid“, sagte ein Mann. Und ein anderer sagte es auch. Bald weinten viele.

Sie zogen ihre schönen Kleider aus und zogen raue, kratzige Säcke an. Damit wollten sie zeigen: Es tut uns wirklich leid. Sogar der König stieg von seinem Thron und setzte sich in den Staub.

„Von heute an tun wir nur noch Gutes“, sagte der König. „Alle zusammen. Die Menschen und sogar die Tiere.“

Und so standen in Ninive auch die Kühe in Säcken da und muhten traurig. Die Schafe hatten Säcke um und die Esel auch. Die ganze Stadt wollte neu anfangen.

Gott sah das alles. Und er freute sich.

„Ich vergebe euch“, sagte Gott. „Ihr dürft neu anfangen.“

Da jubelte ganz Ninive.

Nur einer jubelte nicht. Das war Jona. Er stapfte aus der Stadt hinaus, setzte sich auf einen Hügel und verschränkte die Arme.

„Ich habe es ja gewusst“, brummte er. „Gott ist viel zu lieb. Diese Leute waren so böse! Und jetzt ist einfach alles wieder gut? Das ist ungerecht.“

In Jona grummelte es. Er war richtig wütend. Daran, dass er selbst gerade erst eine zweite Chance bekommen hatte, dachte er überhaupt nicht.

Gott sah Jona dort sitzen, in der heißen Sonne. Und er ließ neben ihm eine Pflanze wachsen, mit großen grünen Blättern. Die gab Schatten.

„Ah“, sagte Jona. „Das tut gut.“ Er freute sich sehr über seine Pflanze.

Aber am nächsten Morgen kam ein kleiner Wurm. Er knabberte an der Pflanze, knabber, knabber, und bald hingen alle Blätter schlaff herunter. Die Sonne brannte Jona wieder auf den Kopf.

„Meine Pflanze!“, jammerte Jona. „Meine schöne Pflanze! Jetzt ist sie hin!“

Da fragte Gott: „Jona, du bist traurig wegen dieser Pflanze?“

„Ja“, sagte Jona. „Sehr.“

„Du hast sie nicht gepflanzt und nicht gegossen“, sagte Gott. „Sie war nur einen Tag bei dir. Und doch tut sie dir leid. Und mir soll diese große Stadt nicht leidtun? Mit all den Menschen? Mit all den Kindern, die noch nicht einmal rechts und links unterscheiden können? Und mit den vielen Tieren?“

Jona sagte nichts mehr. Er schaute hinunter auf die Stadt. Er dachte an den Sturm und an den Fisch und daran, wie Gott ihn selbst nicht aufgegeben hatte.

Und langsam, ganz langsam, wurde das Grummeln in ihm leiser.

So ist Gott. Er hat Jona eine zweite Chance gegeben und den Menschen in Ninive auch. Gott gibt jedem eine zweite Chance.

Bibelvers

„Soll ich kein Mitleid haben mit der großen Stadt, in der so viele Menschen und Tiere leben?“

nach Jona 4,11

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Warum war Jona so wütend, als Gott Ninive vergeben hat?
  2. Frage 2: Wer hat in dieser Geschichte alles eine zweite Chance bekommen?
  3. Frage 3: Hast du schon mal eine zweite Chance bekommen? Wie war das?

Gebet

Lieber Gott,
du hast Ninive vergeben und Jona auch.
Danke, dass du jedem eine zweite Chance gibst.
Mir auch.
Amen.

Ausmalbild

Ausmalbild zu „Jona und die große Stadt“ (Vorschau)

Zum Ausdrucken auf A4 (hochkant) – und dann ran an die Stifte!

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