Karte 77 · Jesus unterwegs · Neues Testament
Fünf Brote und zwei Fische
Johannes 6,1–14 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Teilen macht reicher
Geschichte
Benjamin war acht Jahre alt, und an diesem Morgen hatte seine Mama ihm etwas eingepackt. In ein Tuch gewickelt: fünf kleine, runde Gerstenbrote. Und zwei getrocknete Fische, salzig und ein bisschen hart. Das war sein Mittagessen.
„Pass gut drauf auf“, sagte die Mama.
Dann rannte Benjamin los. Denn alle rannten. Das ganze Dorf. Alle wollten zu Jesus, der auf der anderen Seite des Sees war.
Als Benjamin ankam, war da eine riesige Wiese am Berghang. Und auf der Wiese waren Menschen. So viele Menschen, wie Benjamin noch nie auf einem Haufen gesehen hatte. Tausende! Männer und Frauen und Kinder und Omas und Opas. Und oben am Hang saß Jesus und erzählte.
Benjamin setzte sich ins Gras und hörte zu. Jesus erzählte von Gott. Von Gott, der alle lieb hat. Er erzählte so schön, dass Benjamin ganz vergaß, wie spät es war.
Die Sonne wanderte über den Himmel. Und irgendwann merkte Benjamin, dass sein Bauch knurrte. Er war nicht der Einzige. Überall auf der Wiese knurrten die Bäuche. Die kleinen Kinder fingen an zu quengeln.
Jesus schaute über die Menschenmenge. Dann wandte er sich an seinen Freund Philippus.
„Wo können wir Brot kaufen, damit alle etwas zu essen haben?“
Philippus lachte ein bisschen verzweifelt. „Das sind fünftausend Leute! Selbst wenn wir das Geld von einem halben Jahr hätten, würde es nicht reichen, dass jeder auch nur ein kleines Stückchen bekommt!“
Benjamin hörte das. Er hatte sich ganz nah herangeschlichen. Er schaute auf das Tuch in seinem Schoß. Fünf Brote. Zwei Fische. Das war so wenig. Das war nichts für fünftausend Leute. Das reichte ja gerade für ihn.
Aber dann stand er auf. Er ging zu einem anderen Freund von Jesus, der Andreas hieß, und zupfte ihn am Ärmel.
„Ich hab was“, sagte Benjamin leise. „Es ist nicht viel. Aber ihr könnt es haben.“
Andreas schaute in das Tuch. Er lächelte ein bisschen traurig. Dann brachte er Benjamin zu Jesus.
„Hier ist ein Junge“, sagte Andreas. „Er hat fünf Brote und zwei Fische. Aber was ist das schon für so viele?“
Jesus schaute Benjamin an. Lange. Dann lächelte er. Und nahm die fünf Brote und die zwei Fische in seine Hände.
„Sagt allen, sie sollen sich ins Gras setzen“, sagte Jesus.
Alle setzten sich. Fünftausend Menschen im grünen Gras. Es wurde ganz still.
Jesus hob das Brot hoch zum Himmel und dankte Gott dafür. Dann fing er an, es zu brechen. Und zu verteilen. Und seine Freunde trugen es herum.
Und das Brot wurde nicht weniger.
Sie teilten und teilten. Jeder bekam Brot. Jeder bekam Fisch. So viel, wie er wollte. Benjamin bekam auch. Und er aß, bis sein Bauch rund und warm war.
Und als alle satt waren, sammelten die Freunde die Reste ein. Zwölf Körbe voll! Zwölf ganze Körbe mit Brot, das übrig war.
Am Abend rannte Benjamin nach Hause. „Mama!“, rief er schon von weitem. „Mama! Du glaubst nicht, was mit meinem Mittagessen passiert ist!“
Benjamin hatte sein ganzes Essen hergegeben. Und am Ende hatten fünftausend Menschen genug. Und er auch.
Teilen macht reicher.
Bibelvers
„Hier ist ein Junge, der hat fünf Brote und zwei Fische.“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Wie schwer war es für Benjamin, sein Essen herzugeben?
- Frage 2: Wie hat er wohl geguckt, als das Brot nicht weniger wurde?
- Frage 3: Was könntest du mit anderen teilen, auch wenn es nur wenig ist?
Gebet
Lieber Gott,
der Junge hat alles gegeben, was er hatte.
Und es hat für alle gereicht.
Hilf mir, zu teilen, auch wenn ich nur wenig habe.
Amen.
Ausmalbild
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