Karte 80 · Jesus unterwegs · Neues Testament
Der barmherzige Samariter
Lukas 10,25–37 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Hilf dem, der Hilfe braucht – auch wenn er dir fremd ist
Geschichte
Eines Tages kam ein kluger Mann zu Jesus. Er kannte sich sehr gut aus mit Gottes Geboten. Und er wollte Jesus eine schwere Frage stellen.
„Gott sagt, ich soll meinen Nächsten lieb haben wie mich selbst“, sagte der Mann. „Aber wer ist denn eigentlich mein Nächster?“
Da erzählte Jesus ihm eine Geschichte.
Es war einmal ein Mann, der wanderte von Jerusalem nach Jericho. Der Weg ging bergab durch die Wüste. Er war steil und steinig, und rechts und links waren Felsen und Höhlen.
Und hinter einem der Felsen lauerten Räuber.
Sie sprangen hervor. Sie nahmen dem Mann alles weg. Sein Geld, seinen Beutel, sogar seine Kleider. Und sie schlugen ihn und ließen ihn verletzt am Wegrand liegen. Dann rannten sie davon.
Da lag der Mann nun. Im heißen Staub. Er konnte nicht aufstehen. Er konnte kaum die Augen aufmachen. Und die Sonne brannte.
Nach einer Weile hörte er Schritte.
Es kam ein Priester. Ein Mann, der im Tempel arbeitete und Gott diente. Er trug ein schönes Gewand.
Der verletzte Mann hob ein bisschen die Hand. Hilfe, dachte er.
Der Priester sah ihn. Er blieb kurz stehen. Und dann ging er auf die andere Seite des Weges. Und ging weiter. Ganz schnell.
Wieder verging eine Weile. Wieder hörte der Mann Schritte.
Diesmal kam ein Levit. Das war auch einer, der im Tempel arbeitete. Er sah den Mann. Er ging ein bisschen näher heran und schaute. Und dann ging auch er auf die andere Seite des Weges. Und weiter.
Der Mann am Wegrand fing an zu weinen.
Dann hörte er noch einmal Schritte. Und das Trippeln eines Esels.
Es kam ein Samariter.
Weißt du, die Samariter und die Leute aus Jerusalem mochten sich nicht. Gar nicht. Seit vielen, vielen Jahren. Sie redeten nicht miteinander. Sie aßen nicht miteinander. Sie gingen sich aus dem Weg. Der Samariter war ein Fremder.
Aber der Samariter sah den Mann am Wegrand. Und er blieb stehen.
Er schaute nicht weg. Er ging nicht auf die andere Seite. Er stieg von seinem Esel. Und er kniete sich hin.
Ihm tat der Mann so leid, dass es ihm im Bauch wehtat.
Der Samariter holte Öl und Wein aus seiner Tasche. Er machte die Wunden sauber. Er riss ein Tuch in Streifen und verband den Mann, ganz vorsichtig. Er gab ihm zu trinken. Dann hob er ihn hoch und setzte ihn auf seinen eigenen Esel. Und er selbst ging zu Fuß nebenher und hielt ihn fest, damit er nicht herunterfiel.
So kamen sie zu einem Gasthaus. Der Samariter brachte den Mann in ein Bett. Er blieb die ganze Nacht bei ihm.
Am nächsten Morgen gab er dem Wirt zwei Silbermünzen. Der Wirt, das ist der Mann, dem das Gasthaus gehört. „Pass gut auf ihn auf“, sagte er. „Und wenn es mehr kostet, bezahle ich es, wenn ich wiederkomme.“
Hier hörte Jesus auf zu erzählen. Er schaute den klugen Mann an.
„Was meinst du“, fragte Jesus, „wer von den dreien war der Nächste für den Mann, der überfallen wurde?“
Der kluge Mann musste nicht lange überlegen. „Der, der ihm geholfen hat“, sagte er leise.
„Genau“, sagte Jesus. „Mach es genauso.“
Der Samariter war ein Fremder. Aber er hat geholfen. Hilf dem, der Hilfe braucht. Auch wenn er dir fremd ist.
Bibelvers
„Der Samariter sah ihn, und es tat ihm von Herzen leid. Er ging zu ihm und half ihm.“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Warum sind der Priester und der Levit einfach weitergegangen?
- Frage 2: Wie hat sich der Mann gefühlt, als der Samariter stehen geblieben ist?
- Frage 3: Wann hast du schon mal jemandem geholfen, den du gar nicht kanntest?
Gebet
Lieber Gott,
der Samariter hat nicht weggeschaut.
Mach meine Augen offen für die, die Hilfe brauchen,
auch wenn ich sie nicht kenne.
Amen.
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