Karte 90 · Ostern · Neues Testament
Das Grab ist leer!
Johannes 20,1–18 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Gott ist stärker als alles, was uns Angst macht
Geschichte
Es war Sonntag. Ganz früh am Morgen. So früh, dass es noch dunkel war und die Vögel gerade erst anfingen, verschlafen zu piepsen.
Maria aus Magdala war schon wach. Eigentlich hatte sie gar nicht geschlafen. Seit Freitag konnte sie nicht mehr schlafen. Sie war so traurig, dass ihr alles wehtat.
Sie zog sich ihren Mantel über und ging hinaus. Durch die stillen Gassen von Jerusalem. Zum Tor hinaus. Zu dem Garten, in dem das Felsengrab war. Das Grab, in das sie Jesus gelegt hatten.
Das Gras war nass vom Tau. Ein kühler Wind wehte. Maria fröstelte.
Und dann blieb sie stehen.
Der Stein. Der große, schwere, runde Stein, der vor dem Grab gelegen hatte. Er war weggerollt. Zur Seite. Und das Grab war offen. Ein dunkles Loch im Felsen.
Maria bekam einen fürchterlichen Schreck. Jemand hat Jesus weggenommen!, dachte sie. Sie drehte sich um und rannte. Sie rannte, so schnell sie konnte, zurück in die Stadt, zu Petrus und Johannes.
„Sie haben Jesus aus dem Grab genommen!“, keuchte sie. „Und wir wissen nicht, wo sie ihn hingebracht haben!“
Petrus und Johannes sprangen auf. Sie rannten los. Johannes war jünger und schneller, er war zuerst da. Er bückte sich und schaute ins Grab hinein. Dann kam Petrus, ganz außer Atem, und ging gleich hinein.
Das Grab war leer.
Da lagen nur die weißen Tücher. Ordentlich. Und das Tuch, das um Jesus' Kopf gewickelt gewesen war, lag extra, sauber zusammengefaltet.
Petrus und Johannes schauten sich an. Sie verstanden nicht, was das bedeutete. Und sie gingen wieder nach Hause.
Aber Maria blieb.
Sie stand vor dem Grab und weinte. Sie weinte so sehr, dass sie kaum etwas sehen konnte.
Dann bückte sie sich und schaute noch einmal ins Grab. Und da saßen zwei Engel in weißen Kleidern. Genau da, wo Jesus gelegen hatte.
„Warum weinst du?“, fragten die Engel.
„Weil sie meinen Herrn weggenommen haben“, schluchzte Maria. „Und ich weiß nicht, wo er ist.“
Sie drehte sich um. Da stand ein Mann im Garten. Durch ihre Tränen sah sie ihn nur verschwommen. Das ist bestimmt der Gärtner, dachte sie.
„Warum weinst du?“, fragte der Mann. „Wen suchst du?“
„Wenn du ihn weggetragen hast“, sagte Maria, „dann sag mir bitte, wohin.“
Da sagte der Mann nur ein einziges Wort. Er sagte ihren Namen.
„Maria.“
Und Maria erkannte die Stimme. Diese Stimme hätte sie unter tausend Stimmen erkannt.
Sie wirbelte herum. Sie wischte sich die Tränen aus den Augen. Und da stand er.
Jesus.
Er lebte! Er stand vor ihr im Morgenlicht, und hinter ihm ging gerade die Sonne auf und machte den ganzen Garten golden.
„Rabbuni!“, rief Maria. Das heißt: „Mein Meister!“
Und dann rannte sie. Wieder. Aber diesmal nicht vor Angst. Diesmal vor lauter Freude. Sie rannte zu den Freunden, sie platzte in das Zimmer und rief, so laut sie konnte:
„Ich habe Jesus gesehen! Er lebt! Er lebt!“
Das war der erste Ostermorgen. Die Freunde hatten gedacht, alles ist aus. Aber Gott hat Jesus auferweckt. Gott ist stärker als der Tod. Gott ist stärker als alles, was uns Angst macht.
Bibelvers
„Ich habe den Herrn gesehen!“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Warum hat Maria Jesus erst nicht erkannt?
- Frage 2: Wie hat es sich angefühlt, als Jesus ihren Namen gesagt hat?
- Frage 3: Woran erinnert dich Ostern? Was feiern wir da?
Gebet
Lieber Gott,
Jesus lebt!
Du bist stärker als alles, sogar stärker als der Tod.
Halleluja!
Amen.
Ausmalbild
Wie war die Geschichte?
Eure Rückmeldung hilft uns, Kinderbibelprojekt besser zu machen. Sie wird nicht veröffentlicht.
Danke, du hast diese Geschichte schon bewertet. 🌞
Herzlichen Dank!
Deine Bewertung ist angekommen. Schön, dass ihr zusammen gelesen habt.