Karte 91 · Ostern · Neues Testament
Zwei Freunde auf dem Weg nach Emmaus
Lukas 24,13–35 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Gott ist da, auch wenn man ihn nicht sieht
Geschichte
Es war derselbe Sonntag. Am Nachmittag. Zwei Freunde von Jesus gingen von Jerusalem nach Hause, in ein kleines Dorf namens Emmaus. Der eine hieß Kleopas. Den Namen des anderen weiß niemand mehr.
Sie gingen langsam. Mit hängenden Köpfen. Sie redeten die ganze Zeit über das, was passiert war. Über Jesus. Über den Freitag. Über das Kreuz.
„Wir hatten so gehofft, dass er der Retter ist“, sagte Kleopas. „Und jetzt ist alles aus.“
„Und heute Morgen“, sagte der andere, „haben ein paar Frauen erzählt, das Grab wäre leer. Und Engel hätten gesagt, er lebt. Aber das kann doch nicht sein.“
Da kam jemand hinter ihnen her. Ein Mann. Er ging schneller als sie und holte sie ein. Und dann ging er einfach neben ihnen her.
Die beiden Freunde schauten ihn an. Sie kannten ihn nicht. Jedenfalls dachten sie das.
„Worüber redet ihr denn?“, fragte der Fremde. „Ihr seht so traurig aus.“
Kleopas blieb stehen. „Bist du der Einzige in ganz Jerusalem, der nicht weiß, was passiert ist?“
„Was denn?“, fragte der Fremde.
Und sie erzählten ihm alles. Von Jesus. Wie gut er war. Wie sie gehofft hatten. Und wie alles schiefgegangen war.
Der Fremde hörte zu. Dann fing er an zu erzählen. Er erzählte von Mose und von den Propheten, den Männern, die früher weitergesagt hatten, was Gott ihnen sagte. Er erzählte, wie alles in den alten Schriften schon angekündigt war. Dass der Retter leiden muss. Und dass danach etwas Wunderbares kommt.
Die beiden Freunde hörten zu. Und während sie zuhörten, wurde ihnen ganz warm ums Herz. Als ob innen drin ein kleines Feuer angezündet würde.
Sie gingen und redeten, und der Weg kam ihnen gar nicht mehr so lang vor.
Dann kamen sie nach Emmaus. Die Sonne ging schon unter. Der Fremde tat so, als wollte er weitergehen.
„Bleib doch bei uns“, sagte Kleopas. „Es wird schon Abend. Und bald ist es dunkel. Komm mit rein.“
Der Fremde lächelte. Und er kam mit.
Drinnen im Haus deckten sie den Tisch. Sie stellten Brot hin und Käse und einen Krug mit Wasser. Und alle drei setzten sich.
Dann nahm der Fremde das Brot. Er dankte Gott dafür. Und dann brach er es. Genau so, wie Jesus es immer getan hatte.
Und in diesem Moment gingen den beiden Freunden die Augen auf.
Das war Jesus!
Er war die ganze Zeit neben ihnen hergegangen! Er hatte mit ihnen geredet! Und sie hatten es nicht gemerkt!
Aber im selben Augenblick war er verschwunden. Der Platz am Tisch war leer. Nur das gebrochene Brot lag noch da.
Die beiden Freunde schauten sich an.
„Hat nicht unser Herz gebrannt“, flüsterte Kleopas, „als er unterwegs mit uns geredet hat?“
Und dann sprangen sie auf. Es war schon dunkel, aber das war ihnen egal. Sie rannten den ganzen Weg zurück nach Jerusalem. Sie rannten zu den anderen Freunden.
„Er lebt!“, riefen sie. „Wir haben ihn gesehen! Er ist mit uns gegangen!“
Die beiden hatten Jesus nicht erkannt. Aber er war die ganze Zeit bei ihnen. So ist das mit Gott. Er ist da, auch wenn man ihn nicht sieht.
Bibelvers
„Hat nicht unser Herz gebrannt, als er unterwegs mit uns redete?“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Warum haben die beiden Freunde Jesus nicht gleich erkannt?
- Frage 2: Woran haben sie ihn am Ende erkannt?
- Frage 3: Wann hast du schon mal gespürt, dass dir ganz warm ums Herz wird?
Gebet
Lieber Gott,
Jesus ist mit den beiden Freunden gegangen,
auch als sie ihn nicht erkannt haben.
Geh du auch mit mir. Bleib bei mir.
Amen.
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