Karte 96 · Die ersten Christen: Petrus und Paulus · Neues Testament
Saulus sieht nichts mehr
Apostelgeschichte 9,1–19 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Gott gibt jedem eine zweite Chance
Geschichte
Saulus war wütend. Richtig wütend. Er war ein kluger Mann, der die heiligen Schriften sehr gut kannte. Und er konnte die Christen nicht ausstehen. Die Leute, die sagten, dass Jesus lebt.
„Das ist Unsinn!“, schimpfte Saulus. „Die müssen aufhören!“
Und Saulus tat den Christen Böses. Er ließ sie ins Gefängnis werfen. Die Christen hatten große Angst vor ihm.
Eines Tages machte sich Saulus auf den Weg nach Damaskus. Das war eine große Stadt, weit weg. Er hatte Briefe dabei, mit denen er dort die Christen verhaften durfte. Ein paar Männer ritten mit ihm.
Die Straße war staubig und heiß. Die Sonne brannte. Sie waren schon fast da. Man konnte die Mauern von Damaskus schon sehen.
Und dann passierte es.
Ein Licht. Ein Licht vom Himmel. So hell, dass es heller war als die Mittagssonne. Es blitzte um Saulus herum und blendete ihn so sehr, dass er vom Pferd fiel. Mitten in den Staub.
Und dann hörte er eine Stimme.
„Saul, Saul, warum verfolgst du mich?“
Saulus lag auf dem Boden und hielt sich die Hände vor die Augen. „Wer bist du?“, fragte er mit zitternder Stimme.
„Ich bin Jesus“, sagte die Stimme. „Der, dem du Böses tust. Steh auf und geh in die Stadt. Dort wird man dir sagen, was du tun sollst.“
Die Männer, die mit ihm geritten waren, standen daneben und wussten nicht, was los war. Sie hatten die Stimme gehört, aber niemanden gesehen.
Saulus stand auf. Er öffnete die Augen.
Aber er sah nichts. Gar nichts. Alles war dunkel.
Saulus, der große, starke, wütende Saulus, war blind.
Die anderen Männer nahmen ihn an der Hand. Wie ein kleines Kind führten sie ihn in die Stadt, zu einem Haus in einer Straße, die „die Gerade“ hieß. Dort saß er drei Tage lang im Dunkeln. Er aß nichts. Er trank nichts. Er betete nur.
In Damaskus wohnte ein Christ namens Hananias. Und Gott sprach zu ihm: „Hananias, geh in die Gerade Straße. Dort ist ein Mann namens Saulus. Leg ihm die Hände auf, damit er wieder sehen kann.“
Hananias bekam einen Riesenschreck.
„Saulus?“, sagte er. „Herr, das ist doch der, der deinen Leuten so viel Böses getan hat! Er ist hier, um uns zu verhaften!“
„Geh“, sagte Gott. „Ich habe diesen Mann ausgesucht. Er soll allen Menschen auf der Welt von mir erzählen.“
Hananias schluckte. Seine Knie zitterten. Aber er ging.
Er ging durch die Straßen, bis zu dem Haus. Er klopfte an. Er ging hinein. Da saß Saulus. Blass und dünn und blind.
Hananias legte ihm vorsichtig die Hände auf die Schultern.
„Bruder Saul“, sagte er.
Bruder! Saulus zuckte zusammen. Er hatte die Christen verfolgt, und dieser Christ nannte ihn Bruder!
„Jesus hat mich geschickt“, sagte Hananias. „Du sollst wieder sehen können.“
Und in diesem Moment fiel es Saulus von den Augen wie Schuppen. Er konnte wieder sehen! Er sah das Zimmer. Er sah das Licht am Fenster. Und er sah Hananias, der ihn anlächelte.
Saulus ließ sich taufen. Er aß etwas und wurde wieder stark. Und dann ging er in die Synagogen der Stadt, die Gotteshäuser, und erzählte allen: „Jesus ist Gottes Sohn!“
Später bekam er einen neuen Namen: Paulus. Und er erzählte in der ganzen Welt von Jesus.
Saulus hatte so viel Böses getan. Aber Jesus hat ihm eine zweite Chance gegeben. Gott gibt jedem eine zweite Chance.
Bibelvers
„Bruder Saul, Jesus hat mich geschickt, damit du wieder sehen kannst.“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Wie hat sich Saulus gefühlt, als er drei Tage lang nichts sehen konnte?
- Frage 2: Wie viel Mut hat es Hananias gekostet, zu Saulus zu gehen?
- Frage 3: Warum hat Hananias ihn wohl „Bruder“ genannt?
Gebet
Lieber Gott,
Saulus hat so viel falsch gemacht,
und du hast ihm trotzdem eine zweite Chance gegeben.
Danke, dass du niemanden aufgibst.
Amen.
Ausmalbild
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