Karte 95 · Die ersten Christen: Petrus und Paulus · Neues Testament
Petrus im Gefängnis – und Rhode vergisst die Tür
Apostelgeschichte 12,1–17 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Gott hört zu, wenn wir beten
Geschichte
König Herodes war böse auf die Christen. Und eines Tages ließ er Petrus verhaften und ins Gefängnis werfen.
Und nicht in irgendein Gefängnis. In das sicherste. Petrus lag in einer Zelle ganz hinten, mit zwei schweren Ketten an den Handgelenken. Rechts neben ihm schlief ein Soldat, und links neben ihm schlief ein Soldat. Vor der Tür standen noch mehr Soldaten. Und vor dem großen eisernen Tor noch mehr. Sechzehn Soldaten passten auf einen einzigen Mann auf!
Am nächsten Morgen sollte Petrus vor den König gebracht werden. Und das hätte nichts Gutes bedeutet.
Aber in derselben Nacht saßen in einem Haus in Jerusalem viele Christen zusammen. Das Haus gehörte einer Frau namens Maria. Die Leute saßen auf dem Boden, dicht an dicht, und sie beteten. Die ganze Nacht.
„Gott“, beteten sie, „bitte hilf Petrus. Bitte beschütze ihn.“
Im Haus wohnte auch ein junges Mädchen namens Rhode. Sie war eine Dienerin. Sie saß ganz hinten an der Tür und betete mit.
Und im Gefängnis?
Petrus schlief. Tief und fest. Zwischen den beiden Soldaten, mit den Ketten an den Armen. Er hatte keine Angst. Er schlief wie ein Baby.
Und dann wurde es plötzlich hell in der Zelle. Ein Engel stand da. Aber Petrus wachte nicht auf.
Da stupste der Engel ihn in die Seite. „Petrus! Schnell, steh auf!“
Petrus blinzelte. Und in dem Moment fielen ihm die Ketten von den Handgelenken. Klirr! Einfach so. Die Soldaten schliefen weiter.
„Zieh dir den Gürtel um“, sagte der Engel. „Und die Sandalen an.“
Petrus tat es, ganz verschlafen.
„Jetzt den Mantel. Und komm mit.“
Petrus ging hinter dem Engel her. An den schlafenden Wachen vorbei. An der zweiten Wache vorbei. Dann kamen sie zu dem großen, eisernen Tor, das zur Stadt führte. Und das Tor ging auf. Von ganz allein. Quietschend schwang es zur Seite.
Sie gingen hindurch und eine Straße entlang. Und dann war der Engel weg.
Petrus stand allein auf der dunklen Straße. Die kalte Nachtluft wehte ihm ins Gesicht. Und da wurde er richtig wach.
„Das ist ja gar kein Traum!“, flüsterte er. „Gott hat mich wirklich befreit!“
Er lief zu Marias Haus. Er klopfte an das Tor. Klopf, klopf, klopf.
Drinnen hörte Rhode das Klopfen. Sie ging zum Tor. „Wer ist da?“, fragte sie leise.
„Ich bin es. Petrus!“
Rhode erkannte seine Stimme. Und sie freute sich so sehr, so unglaublich sehr, dass sie ganz vergaß, das Tor aufzumachen! Sie drehte sich um und rannte zurück ins Haus.
„Petrus ist da!“, rief sie. „Petrus steht vor der Tür!“
Die Leute schauten sie an. „Du spinnst“, sagten sie. „Das kann nicht sein. Petrus ist im Gefängnis.“
„Doch!“, rief Rhode. „Er ist es! Ich hab seine Stimme gehört!“
„Das ist bestimmt sein Engel“, sagten die anderen.
Und draußen stand Petrus und klopfte. Und klopfte. Und klopfte.
Endlich gingen sie alle zum Tor und machten auf. Und da stand er. Petrus. Leibhaftig.
Die Leute kreischten. Sie lachten. Sie fielen ihm um den Hals. Und Petrus musste „Pssst!“ machen, damit nicht die ganze Straße aufwachte. Dann erzählte er ihnen alles.
Sie hatten die ganze Nacht gebetet. Und Gott hatte sie gehört. Noch bevor sie es selbst glauben konnten.
Gott hört zu, wenn wir beten.
Bibelvers
„Die Gemeinde betete ohne Aufhören für Petrus zu Gott.“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Warum hat Rhode vergessen, die Tür aufzumachen?
- Frage 2: Warum haben die Leute Rhode erst nicht geglaubt, obwohl sie doch für Petrus gebetet hatten?
- Frage 3: Für wen möchtest du heute beten?
Gebet
Lieber Gott,
die Freunde haben für Petrus gebetet,
und du hast sie gehört.
Ich bete heute für ___ (hier darf das Kind einen Namen einsetzen).
Amen.
Ausmalbild
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