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Kinderbibelprojekt

Karte 94 · Die ersten Christen: Petrus und Paulus · Neues Testament

Feuer und Wind an Pfingsten

Apostelgeschichte 2,1–41 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Mut lohnt sich, auch wenn man Angst hat

Geschichte

In Jerusalem gab es ein Haus, in dem die Tür fest verriegelt war. Drinnen saßen die Freunde von Jesus dicht beieinander. Durch die Fensterläden fielen nur schmale Streifen Licht, und in den Streifen tanzte der Staub. Wenn draußen Schritte vorbeikamen, hielten alle den Atem an.

Sie hatten Angst. Die Menschen in der Stadt waren nicht gut zu Jesus gewesen. Was würde geschehen, wenn man jetzt seine Freunde fand?

„Wir bleiben lieber hier drin“, flüsterten sie.

So ging das zehn Tage lang. Sie beteten zusammen, und sie warteten. Denn Jesus hatte ihnen etwas versprochen, bevor er zu seinem Vater im Himmel gegangen war: „Ich schicke euch Kraft von Gott.“

Aber wie sollte das wohl sein?

Dann kam der Morgen des Pfingstfestes. Die Stadt war voller Gäste, auf den Gassen roch es nach frischem Brot, und überall hörte man fremde Stimmen.

Im Haus war es noch still. Da fing es plötzlich an zu brausen. Es rauschte wie ein gewaltiger Wind, der durch alle Räume fuhr. Die Läden klapperten. Die Tür ächzte in ihrem Riegel.

Die Freunde sprangen auf. Und da sahen sie es: Über jedem von ihnen flackerte etwas. Ein Flämmchen, klein und leuchtend rot, wie von einer Kerze. Es brannte nicht. Es tat nicht weh. Es war nur warm.

Und die Wärme ging durch sie hindurch. Vom Kopf in die Arme, von den Armen in den Bauch, bis hinunter in die Zehen. Dort, wo eben noch die Angst gesessen hatte, wurde es hell und weit.

„Das ist sie!“, rief einer. „Das ist die Kraft, die Jesus versprochen hat! Gottes Heiliger Geist!“

Sie sahen einander an. Dann schob Petrus den Riegel zurück und riss die Tür weit auf.

Und sie liefen hinaus. Hinaus auf die Straße, mitten unter die Leute!

Dort drängten sich Menschen aus vielen Ländern. Sie waren aus Ägypten gekommen und aus Rom, aus Arabien und von der Insel Kreta. Sie trugen bunte Gewänder, und jeder redete in seiner eigenen Sprache.

Die Freunde fingen an, von Gott zu erzählen. Und da geschah noch ein Wunder: Jeder konnte sie verstehen!

„Die sprechen ja meine Sprache!“, rief ein Mann aus Rom.

„Nein, meine!“, rief eine Frau aus Ägypten. „Ich verstehe jedes Wort!“

Ein paar Leute am Rand lachten spöttisch. „Ach was. Die haben zu viel Wein getrunken.“

Da trat Petrus vor.

Petrus! Du musst wissen: Es war noch gar nicht lange her, da hatte Petrus solche Angst gehabt, dass er sagte: „Jesus? Den kenne ich nicht.“ Dafür hatte er sich bitter geschämt.

Auch jetzt klopfte ihm das Herz bis zum Hals. So viele Menschen! Und alle sahen ihn an. Aber die Wärme war noch da, tief in ihm drin. Petrus stieg auf eine Stufe, damit ihn jeder sehen konnte.

„Hört mir zu!“, rief er. „Wir sind nicht betrunken. Es ist ja erst früh am Morgen! Gott hat uns seinen Geist geschenkt. Und ich sage euch: Jesus lebt! Gott hat euch lieb!“

Er redete und redete, und seine Stimme wurde immer fester. Die Leute hörten zu. Keiner lachte mehr.

„Was sollen wir tun?“, fragten viele. „Wir wollen auch zu Jesus gehören!“

An diesem einen Tag ließen sich dreitausend Menschen taufen. Dreitausend! Darum sagt man: An Pfingsten hat die Kirche Geburtstag.

Am Abend stand die Tür von dem Haus immer noch offen. Niemand schob den Riegel wieder vor.

Die Freunde hatten Angst gehabt, große Angst. Aber Gott hatte ihnen seine Kraft gegeben, und sie waren hinausgegangen. Mut lohnt sich, auch wenn man Angst hat.

Bibelvers

„Sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, von Gottes großen Taten zu reden.“

nach Apostelgeschichte 2,4.11

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Wie hat es sich angefühlt, als das Flämmchen über dem Kopf war?
  2. Frage 2: Warum hatte Petrus auf einmal so viel Mut?
  3. Frage 3: Weißt du, dass die Kirche an Pfingsten Geburtstag hat? Wie könnten wir das feiern?

Gebet

Lieber Gott,
du hast den Freunden von Jesus deinen Geist geschickt,
und sie hatten auf einmal ganz viel Mut.
Schenk mir auch deinen Geist und deinen Mut.
Amen.

Ausmalbild

Ausmalbild zu „Feuer und Wind an Pfingsten“ (Vorschau)

Zum Ausdrucken auf A4 (hochkant) – und dann ran an die Stifte!

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